Rolf Steltemeier soll es machen

FDP-Kreisverband Heidelberg kürte Europawahlkandidaten

bms. Die Freien Demokraten im Kreisverband Heidelberg haben sich entschieden: Ihr Kandidat für die Europawahl im Mai 2019 ist Dr. Rolf Steltemeier. Der 49-jährige arbeitet als Ministerialdirigent im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und ist seit vier Jahren Europabeauftragter dieser Behörde. In der Mitgliederversammlung stimmten bei einer Nein-Stimme 23 Parteifreunde für ihn.
Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Steltemeier Politikwissenschaft, Geografie und Europarecht in Heidelberg. Auf seinem beruflichen Weg bis zum Mitarbeiter im BMZ – im Gefolge des damaligen Entwicklungshilfeministers Dirk Niebel – lagen Stationen im Bundestagsbüro des ehemaligen Außenministers Kinkel und an Universitäten. Dort lehrt er noch heute als Privatdozent zu Liberalismus und Europapolitik. In der Kurpfalz engagierte sich Steltemeier als stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Heidelberg, im Bezirksbeirat der Altstadt und als Kandidat bei mehreren Kommunalwahlen. Steltemeier ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Kandidat versprach „einen beherzten und professionellen Wahlkampf“ und formulierte in knapp 20 Minuten faktensicher, worin seine Schwerpunkte liegen.

„Eine europäische Verteidigungsgemeinschaft und Außenpolitik sowie ein EU-Haushalt für Innovationen, ein digitaler Binnenmarkt und klare Regeln für Migration sind Stichworte, die es weiter auszuformulieren gilt.“ Entwicklungspolitik und Europa seien außerdem nicht mehr auseinanderzudividieren. Jeden Liberalen müsse die derzeitige Entwicklung zu nationalen Egoismen in der EU besorgen, so Steltemeier. Er pries die Stärken des Europäischen Parlaments: „Das hat sich längst viele Kompetenzen erwirtschaftet, und heute schickt man auch keine Polit-Opas mehr da hin. Das würde ich mir auch verwehren für meine Person.“
Einen kraftvollen Wahlkampf der Liberalen für die Europawahl will Steltemeier eng verweben mit dem für die Kommunalwahlen, die zeitgleich stattfinden. „Wir wollen maximalen Erfolg auf beiden politischen Ebenen. Und vielleicht schaffen wir ja auch wieder eine Regierungsbeteiligung im Land Baden-Württemberg.“ Die Rede Steltemeiers – er war der einzige Kandidat – wurde mit freundlichem Applaus aufgenommen. Die FDP scheint froh, in ihm „einen Fachmann für Europa¬politik“ gefunden zu haben, so der neue Kreisvorsitzende Hannes Wendling. Nur einmal reagierte der Kandidat unvorbereitet – als ein Parteifreund manchen Sprachgebrauch von Bundesparteichef Christian Lindner in der Nähe von Rechtspopulisten wähnte. „Ich sehe Lindner nicht an der Seite der AfD“, erklärte Steltemeier etwas steif. „Ich höre in der FDP keine nationalistischen Töne.“

Rhein Neckar Zeitung – RNZ Juli 2018